01 / Ratgeber
Der grundsätzliche Unterschied
Shopify ist eine gemietete Plattform (SaaS). Du zahlst monatlich, Shopify kümmert sich um Hosting, Sicherheit, Updates und den Checkout. Du wählst Theme und Apps und pflegst deine Produkte.
WooCommerce ist ein kostenloses Open-Source-Plugin für WordPress. Du installierst es auf deinem eigenen Hosting und besitzt alles, bist aber auch für alles verantwortlich: Server, Updates, Backups, Sicherheit und Ladezeit.
02 / Ratgeber
Shopify vs. WooCommerce: die Entscheidungstabelle
| Kriterium | Shopify | WooCommerce |
|---|---|---|
| Plattformgebühr | Basic 27 €/Monat (19 € bei jährlicher Zahlung), Grow 74 € (56 €), Advanced 384 € (289 €) | 0 €; dazu Hosting, Domain und Erweiterungen |
| Transaktionsgebühren | Mit Shopify Payments nur die Kartengebühr (Basic: 1,8 % + 0,30 €). Mit anderem Zahlungsanbieter zusätzlich 2 % / 1 % / 0,6 % an Shopify | Nur die des Zahlungsanbieters |
| Hosting und Sicherheit | Inklusive, SSL und PCI-konformer Checkout | Deine Verantwortung; das Hosting entscheidet über die Geschwindigkeit |
| Wartung | Minimal, Shopify aktualisiert die Plattform | Laufend: WordPress, WooCommerce, Plugins und PHP brauchen Updates und Tests |
| Design | Themes und visueller Editor; volle Freiheit mit Liquid-Code oder Shopify Hydrogen | Volle Freiheit; Qualität hängt stark von Theme und Page-Builder ab |
| SEO | Solide Grundlage; feste URL-Struktur (/products/, /collections/) | Volle Kontrolle über URLs und Inhalte; stark bei content-lastigen Shops |
| Rechtliches in Deutschland | Grundpreise eingebaut; Rechtstexte über Dienste oder Apps | Plugins wie Germanized oder German Market decken viele Pflichtangaben ab |
| Erweiterungen | Apps aus dem Shopify App Store, oft mit Monatsgebühr | Tausende Plugins; viele Premium-Erweiterungen mit Jahreslizenz |
| Plattformwechsel | Produkte, Kunden und Bestellungen als CSV exportierbar; Theme und Apps bleiben zurück | Alles gehört dir, inklusive Datenbank und Code |
| Ideal für | Shops, die schnell verkaufen und ohne Technik-Team wachsen wollen | WordPress-Websites mit Shop, stark individuelle Kataloge, volle Kontrolle |
03 / Ratgeber
Was die beiden wirklich kosten
Bei Shopify sind die Kosten gut planbar: Tarif, Zahlungsgebühren, Apps. Bei den Apps läuft das Budget am häufigsten aus dem Ruder: Fünf Apps zu je 10–20 € im Monat kosten mehr als der Basic-Tarif. Prüfe vor jeder Installation, ob das Theme die Funktion schon kann.
WooCommerce ist als Software kostenlos, der Shop ist es nicht. Am Markt üblich: passendes WordPress-Hosting für einen Shop 10–40 € im Monat, ein Premium-Theme 50–100 € und gängige Premium-Erweiterungen 50–300 € pro Jahr und Stück. Der größte Posten ist aber die Wartung: Jemand muss aktualisieren, testen und reparieren, was nach einem Update kaputtgeht.
Alle Posten für Start und Betrieb eines Shops findest du in unserem Artikel Was kostet ein Onlineshop?.
04 / Ratgeber
Datenschutz und DSGVO
Bei Shopify ist Shopify dein Auftragsverarbeiter; die Datenverarbeitungsvereinbarung ist Teil der Shopify-Bedingungen, Daten werden auch außerhalb der EU verarbeitet. Für viele Shops ist das unproblematisch, für manche Branchen und Kunden ein Argument gegen einen US- oder kanadischen Anbieter.
Bei WooCommerce liegen die Daten auf deinem Server, zum Beispiel bei einem Hoster in der EU. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Zahlungsanbieter, Versand-Plugins, Tracking und Newsletter-Tools übertragen genauso Daten an Dritte. Datenschutz entsteht bei beiden Systemen durch saubere Auswahl der Erweiterungen, nicht durch die Plattform allein.
05 / Ratgeber
Wartung: der Posten, den viele unterschätzen
Ein WooCommerce-Shop besteht aus WordPress, WooCommerce, einem Theme und meist 20 bis 40 Plugins von verschiedenen Herstellern. Jedes Update kann eine Wechselwirkung auslösen: Der Checkout zeigt plötzlich eine Fehlermeldung, die Zahlungsbestätigung kommt nicht mehr an oder die Seite wird langsam. Ohne Staging-Umgebung, Backups und jemanden, der nach Updates testet, ist das ein echtes Geschäftsrisiko.
Bei Shopify fällt dieser Teil weitgehend weg. Dafür bist du an Shopifys Entscheidungen gebunden: Wenn Shopify Preise, Funktionen oder Checkout-Regeln ändert, ziehst du mit. Für die meisten kleinen und mittleren Shops ist dieser Tausch trotzdem günstig.
06 / Ratgeber
SEO und Ladezeit
Beide Systeme können bei Google gut ranken. Shopify bringt Sitemap, Canonical-Tags und Basis-Schema von Haus aus mit, gibt aber eine URL-Struktur mit /products/ und /collections/ vor. WooCommerce mit WordPress und einem Plugin wie Yoast oder Rank Math bietet volle Kontrolle und ist stärker, wenn der Shop von Ratgebern, Blog und langen Kategorietexten lebt.
Bei der Geschwindigkeit startet Shopify im Vorteil, weil Hosting und CDN inklusive sind. Ein WooCommerce-Shop kann genauso schnell sein, aber nur mit gutem Hosting, sauberem Caching und wenigen Plugins. Die häufigste Bremse ist bei beiden dieselbe: zu viele Apps und Drittanbieter-Skripte.
07 / Ratgeber
Verkauf nach Portugal und ins Ausland
Wer auch an Kunden in anderen EU-Ländern verkauft, sollte die lokalen Zahlarten prüfen. Shopify Payments bietet zum Beispiel MB WAY für Kunden in Portugal auch Händlern mit Sitz in Deutschland an; Multibanco nur Händlern mit Sitz in Portugal. Bei WooCommerce hängt das vom Zahlungs-Plugin ab. Details stehen im Ratgeber MB WAY und Multibanco im Onlineshop.
Mehrsprachigkeit können beide: Shopify mit Märkten und Übersetzungen im Admin, WooCommerce über Plugins wie WPML oder Polylang. Worauf es bei mehreren Sprachen für SEO ankommt, steht in unserem Artikel über mehrsprachige Websites.
08 / Ratgeber
Unsere Empfehlung
Nimm Shopify, wenn …
du schnell verkaufen willst, kein Technik-Team hast, planbare Monatskosten einer endlosen Wartung vorziehst und Sicherheit und Checkout nicht selbst verantworten willst.
Nimm WooCommerce, wenn …
du schon eine starke WordPress-Website mit viel Inhalt hast, sehr spezielle Logik brauchst (Konfiguratoren, ungewöhnliche Preisregeln) oder volle Kontrolle über Server und Daten willst und jemand die Wartung übernimmt.
Denk an Shopify Hydrogen, wenn …
der Shop das Herz deines Geschäfts ist und du Design und Tempo ohne Theme-Grenzen willst, während Shopify im Hintergrund Checkout und Zahlungen übernimmt.
09 / Ratgeber
Du hast schon eines von beiden?
Wechseln nur um des Wechselns willen lohnt sich selten. Von WooCommerce zu Shopify lohnt es sich, wenn Wartung und Plugin-Probleme mehr Zeit kosten, als der Shop einbringt, oder wenn Zahlungen regelmäßig hängen. Umgekehrt lohnt es sich, wenn die Shopify-Apps teurer werden als eine eigene Lösung.
Den Wechsel von WooCommerce zu Shopify übernehmen wir, mit Produkten, Kunden und Weiterleitungen. Bei jedem Umzug zählt vor allem, die Google-Rankings mitzunehmen: Jede alte URL braucht eine 301-Weiterleitung auf die neue. Wie ein Headless-Shop mit Shopify funktioniert, erklärt unser Artikel Shopify Hydrogen einfach erklärt; ein Beispiel ist der Shop von Drop Bike in Lissabon.
FAQ
Häufige Fragen
01Was ist günstiger, Shopify oder WooCommerce?
WooCommerce ist kostenlos, braucht aber Hosting, Erweiterungen und Wartung. Shopify kostet ab 19 € im Monat bei jährlicher Zahlung, plus Zahlungsgebühren und Apps. Für kleine Shops ohne Technik-Team ist Shopify in der Gesamtrechnung oft günstiger.
02Welches System ist besser für SEO?
Beide können gut ranken. WooCommerce bietet mehr Kontrolle über URLs und Inhalte und ist bei content-lastigen Shops stärker; Shopify ist solide, hat aber eine feste URL-Struktur.
03Ist Shopify DSGVO-konform nutzbar?
Ja, viele deutsche Shops nutzen Shopify. Shopify stellt eine Datenverarbeitungsvereinbarung bereit; Daten werden auch außerhalb der EU verarbeitet. Datenschutzerklärung und Cookie-Einwilligung musst du wie bei jedem Shop sauber aufsetzen.
04Welche Gebühren nimmt Shopify pro Verkauf?
Mit Shopify Payments zahlst du nur die Kartengebühr, im Basic-Tarif 1,8 % + 0,30 €. Nutzt du einen anderen Zahlungsanbieter, kommen 2 % (Basic), 1 % (Grow) oder 0,6 % (Advanced) dazu.
05Kann ich später von WooCommerce zu Shopify wechseln?
Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich übertragen. Entscheidend sind 301-Weiterleitungen aller alten URLs, damit die Rankings erhalten bleiben.
