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WordPress kritischer Fehler nach Update: so bringst du deine Website zurück

Die Meldung „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.“ bedeutet: Ein Plugin, das Theme oder eine PHP-Umstellung hat einen schweren PHP-Fehler ausgelöst, und WordPress hat die Seite angehalten, statt sie halb kaputt anzuzeigen. Fast immer steckt ein Update dahinter. Die Lösung in drei Stufen: E-Mail mit dem Wiederherstellungsmodus nutzen, falls sie fehlt das Debug-Log lesen, und notfalls das schuldige Plugin per FTP deaktivieren.

01 / Ratgeber

Was der WordPress kritische Fehler bedeutet

Seit Version 5.2 hat WordPress einen Schutz vor fatalen Fehlern. Bricht PHP mit einem schweren Fehler ab, zeigt WordPress statt einer weißen Seite den Hinweis auf den kritischen Fehler und schickt eine E-Mail an die Administrator-Adresse. Deine Inhalte sind dabei nicht gelöscht. Die Datenbank ist in aller Regel unverändert, nur der Code, der die Seite baut, stürzt ab.

Typische Auslöser sind ein Plugin-Update, das mit einem anderen Plugin oder deiner PHP-Version nicht zusammenpasst, ein Theme-Update, eine neue Plugin-Installation, ein von Hand bearbeitetes functions.php oder ein PHP-Update durch den Hoster. Wenn sich der Fehler mit nichts davon erklären lässt und unbekannte Dateien oder Benutzer auftauchen, lies zusätzlich unseren Ratgeber Website gehackt: was tun?.

02 / Ratgeber

Schritt 1: die E-Mail mit dem Wiederherstellungsmodus

  1. 01

    Postfach der Admin-Adresse prüfen

    WordPress schickt die E-Mail an die Adresse unter Einstellungen, Allgemein. Sie trägt im Betreff den Hinweis auf ein technisches Problem und nennt meist das Plugin oder Theme, das den Fehler ausgelöst hat. Schau auch im Spam-Ordner nach.

  2. 02

    Link zum Wiederherstellungsmodus öffnen

    In der Mail steht ein Link, der auf wp-login.php mit action=enter_recovery_mode zeigt. Er ist nur begrenzt gültig, standardmäßig einen Tag. Melde dich darüber an.

  3. 03

    Verursacher deaktivieren

    Im Wiederherstellungsmodus ist das fehlerhafte Plugin nur für dich pausiert. Deaktiviere es unter Plugins richtig, sonst ist der Fehler für Besucher weiterhin da.

  4. 04

    Wiederherstellungsmodus beenden und prüfen

    Klick oben in der Werkzeugleiste auf „Wiederherstellungsmodus verlassen“ und öffne die Website in einem privaten Fenster. Danach suchst du eine aktualisierte Version des Plugins oder einen Ersatz.

03 / Ratgeber

WordPress kritischer Fehler, aber keine E-Mail?

Das ist einer der häufigsten Fälle. Entweder ist die Admin-Adresse veraltet, oder die Website kann gar keine Mails zustellen, weil sie über den Webserver ohne SPF und DKIM sendet und beim Empfänger im Spam landet oder abgelehnt wird. Wie du den Versand sauber einrichtest, erklärt der Ratgeber E-Mails landen im Spam.

Für künftige Fälle kannst du in der wp-config.php mit der Konstante RECOVERY_MODE_EMAIL eine andere Adresse für diese Mails festlegen. Für den aktuellen Fehler geht es ohne E-Mail mit Schritt 2 und 3 weiter. Auch das Fehlerprotokoll im Kundenbereich deines Hosters zeigt oft schon die Ursache.

04 / Ratgeber

Schritt 2: Debug-Log aktivieren und den Fehler lesen

  1. 01

    wp-config.php öffnen

    Verbinde dich per SFTP, zum Beispiel mit FileZilla, oder nutze den Dateimanager deines Hosters. Die wp-config.php liegt im Hauptverzeichnis der WordPress-Installation. Lade vorher eine Kopie herunter.

  2. 02

    Debugging einschalten

    Such die Zeile define( 'WP_DEBUG', false ); und ersetze sie durch drei Zeilen: define( 'WP_DEBUG', true ); define( 'WP_DEBUG_LOG', true ); define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false ); Sie gehören über die Zeile „Das war’s, Schluss mit dem Bearbeiten!“. Leg WP_DEBUG nicht doppelt an.

  3. 03

    Fehler auslösen

    Ruf die Website und, falls betroffen, wp-admin noch einmal auf. WordPress schreibt den Fehler jetzt in die Datei wp-content/debug.log.

  4. 04

    Log lesen

    Such nach „PHP Fatal error“. Dahinter steht ein Pfad wie /wp-content/plugins/plugin-name/ oder /wp-content/themes/theme-name/. Der Ordnername verrät den Verursacher.

  5. 05

    Danach wieder ausschalten

    Setz WP_DEBUG zurück auf false und lösche die debug.log. Die Datei ist sonst öffentlich abrufbar und verrät Pfade und Details deiner Installation.

05 / Ratgeber

Typische Fehlermeldungen im Debug-Log

Meldung im LogWas sie meist bedeutetLösung
Call to undefined functionEin Plugin ruft eine Funktion auf, die es nicht mehr gibt, oft wegen eines fehlenden Zusatz-Plugins oder einer neuen PHP-VersionPlugin aktualisieren oder deaktivieren, abhängige Plugins gemeinsam aktualisieren
Allowed memory size of … bytes exhaustedDer Arbeitsspeicher für PHP reicht nichtIn der wp-config.php define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' ); setzen oder Limit beim Hoster erhöhen
Cannot redeclareZwei Plugins oder Plugin und Theme definieren dieselbe FunktionEines der beiden deaktivieren, meist das zuletzt installierte
syntax error, unexpectedTippfehler in einer von Hand bearbeiteten Datei, oft functions.phpDatei aus dem Backup oder dem Original-Theme wiederherstellen
Uncaught TypeError oder ArgumentCountErrorAlter Code, der unter PHP 8 nicht mehr läuftPlugin oder Theme aktualisieren, sonst ersetzen

06 / Ratgeber

Schritt 3: Plugin per FTP deaktivieren

Kommst du nicht ins Backend, deaktivierst du Plugins direkt über die Dateien. Dabei geht nichts verloren, Einstellungen bleiben in der Datenbank.

  1. 01

    Plugin-Ordner öffnen

    Per SFTP oder Dateimanager in den Ordner wp-content/plugins wechseln.

  2. 02

    Verdächtiges Plugin umbenennen

    Benenne den Ordner des Plugins aus dem Log oder der E-Mail um, etwa von plugin-name in plugin-name-aus. WordPress findet es nicht mehr und deaktiviert es.

  3. 03

    Wenn du den Verursacher nicht kennst

    Benenne den ganzen Ordner plugins in plugins-aus um. Läuft die Seite dann wieder, benenne ihn zurück und aktiviere die Plugins im Backend einzeln, bis der Fehler wiederkommt.

  4. 04

    Theme als Ursache

    Liegt der Fehler im Theme, benenne den Ordner des aktiven Themes in wp-content/themes um. WordPress wechselt dann auf ein installiertes Standard-Theme wie Twenty Twenty-Five. Lass deshalb immer ein Standard-Theme installiert.

  5. 05

    Aufräumen

    Installiere eine aktuelle, kompatible Version des Plugins oder Themes, prüfe die Seite und lösche den umbenannten alten Ordner.

07 / Ratgeber

WordPress kritischer Fehler nach PHP-Update

Stellt der Hoster die PHP-Version um, etwa von PHP 7.4 auf PHP 8, laufen ältere Plugins und Themes manchmal nicht mehr. PHP 8 hat Funktionen wie create_function() und each() entfernt und prüft Datentypen strenger. Im Debug-Log steht dann meist ein TypeError oder Call to undefined function.

Als Sofortmaßnahme kannst du im Hosting-Panel kurzfristig auf die vorherige PHP-Version zurückschalten, sofern dein Hoster das noch anbietet. Das ist nur eine Brücke: Alte PHP-Versionen bekommen keine Sicherheitsupdates mehr. Aktualisiere oder ersetze das betroffene Plugin und stell dann wieder auf die aktuelle Version um. Eine aktuelle PHP-Version macht die Seite übrigens meist auch schneller, mehr dazu im Ratgeber WordPress langsam.

08 / Ratgeber

Kritischer Fehler nach Plugin-Installation oder bei Elementor

Taucht der Fehler direkt nach der Installation eines neuen Plugins auf, ist die Sache einfach: dieses Plugin per FTP deaktivieren und eine Alternative suchen. Bei Elementor entsteht der kritische Fehler häufig, wenn Elementor und Elementor Pro unterschiedlich alt sind, etwa weil nur eines der beiden automatisch aktualisiert wurde. Bring beide auf den aktuellen Stand, notfalls indem du Elementor Pro per FTP deaktivierst, das Backend öffnest und beide aktualisierst.

Ein verwandtes Symptom nach abgebrochenen Updates ist die Meldung, die Website sei kurzzeitig wegen Wartungsarbeiten nicht verfügbar. Dann liegt im Hauptverzeichnis eine Datei namens .maintenance, die du löschen kannst.

09 / Ratgeber

So vermeidest du den nächsten kritischen Fehler

  • Vor jedem größeren Update ein Backup, das außerhalb des Hosting-Kontos liegt
  • Größere Updates zuerst auf einer Staging-Kopie testen, besonders bei Shops
  • Plugins, die voneinander abhängen, gemeinsam aktualisieren, etwa Elementor und Elementor Pro oder WooCommerce und seine Erweiterungen
  • Automatische Updates bewusst einstellen: Sicherheitsupdates ja, große Versionssprünge lieber kontrolliert
  • Ein Standard-Theme installiert lassen und eine erreichbare Admin-E-Mail-Adresse pflegen
  • Plugins ersetzen, die seit über einem Jahr kein Update bekommen haben

Wenn die Seite so alt ist, dass jedes Update ein Risiko ist, hilft auf Dauer nur der Abschied von WordPress: eine handgeschriebene Website in eigenem Code, ohne Plugins und ohne Update-Lotterie. Das machen wir als Webentwicklung, und beim Website-Umzug ziehen Inhalte und URLs mit.

FAQ

Häufige Fragen

01Was bedeutet „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website“?

Ein Plugin, das Theme oder eine PHP-Umstellung hat einen schweren PHP-Fehler ausgelöst, und WordPress hat die Seite angehalten. Deine Inhalte sind nicht gelöscht. Meist steckt ein Update dahinter.

02Ich habe keine E-Mail zum Wiederherstellungsmodus bekommen. Was nun?

Prüf den Spam-Ordner und ob die Admin-Adresse unter Einstellungen, Allgemein noch stimmt. Ohne E-Mail aktivierst du das Debug-Log in der wp-config.php oder schaust ins Fehlerprotokoll beim Hoster und deaktivierst das schuldige Plugin per FTP.

03Ich komme nicht mehr in wp-admin. Wie deaktiviere ich ein Plugin?

Über SFTP oder den Dateimanager deines Hosters: im Ordner wp-content/plugins den Ordner des Plugins umbenennen. WordPress deaktiviert es dann automatisch, die Einstellungen bleiben erhalten.

04Kann ich ein Update rückgängig machen?

Ja. Am sichersten mit einem Backup von vor dem Update. Alternativ installierst du die ältere Version des Plugins von Hand oder mit einem Rollback-Plugin, aber nur als Übergang, bis eine reparierte Version erscheint.

05Gehen bei einem kritischen Fehler Daten verloren?

In aller Regel nicht. Der Fehler betrifft den Code, nicht die Datenbank. Beiträge, Bestellungen und Einstellungen sind noch da, wenn die Seite wieder läuft.

06Kann der kritische Fehler durch einen Hack entstehen?

Ja, wenn Schadcode Dateien beschädigt hat. Wenn kein Update als Ursache in Frage kommt und unbekannte Dateien, Benutzer oder Weiterleitungen auftauchen, solltest du die Seite auf einen Angriff prüfen.

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